Gehäkeltes Kleid 'Strong' - Projekt #iamsomeone | Gloria Sophie Wille
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Gehäkeltes Kleid ‚Strong‘ – Projekt #iamsomeone

Gehäkeltes Kleid inspiriert vom Lied „Strong“ von London Grammar.

 

I might seem so strong, I’ve never been so wrong

 

Das Problem mit „gender“ ist, dass uns in die Wiege gelegt wird, wie wir sein sollen, anstatt anzuerkennen, wer wir sind. Wir wären so viel freier, wir selbst zu sein, wenn wir nicht ständig das Gewicht von Rollenerwartungen herumtragen würden.

Ich habe ‚Strong‘ als Antwort auf Donald Trump’s „grab ‚em by the pussy“ entwickelt. Dabei habe ich mich für ein gehäkeltes Muster entschieden, das aussieht, als seien mehrere Vulven aneinandergereiht. Das Muster trägt nach Außen, als was Frauen so häufig gesehen werden: Die Vulva als Zielscheibe, wenn man so will. Es sagt „Ich möchte mich nicht weiter für meine Weiblichkeit entschuldigen. Ich möchte für meine Weiblichkeit respektiert werden. Das ist es, was ich verdiene.“

 

Gehäkeltes Kleid: Symbolik

 

Der schwere, aus Merino handgestricke Mantel symbolisiert die vielen Rollen, die Frauen zu erfüllen haben. Die einleitenden Töne des Liedes sind in ihrer Notenfolge abstrakt dargestellt durch die Pailletten auf dem Oberteil: Folgt man den Noten auf dem Blatt entstehen diese drei Linien.

 

TV Formate, wie GNTM leben jungen Mädchen vor, was als erstrebenswert gilt.

 

Oder um es mit Heidi Klum zu sagen: „Wer top Dollar haben möchte, muss auch top aussehen“. Es scheint, dass alles, was erstrebenswert für eine Frau ist, möglichst hübsch zu sein. Einem künstlich erschaffenem Ideal hinterher zu eifern. Ein schmückendes Beiwerk, hübsch genug, um von Männern „bei der Pussy gegrabbt“ zu werden.

 

Excuse me for a while, I have a feeling deep down you’re caught in the middle

 

Chimamanda Ngozi Andichie schreibt in ihrem Buch „We should all be feminists“:

„But by far the worst thing we do to males—by making them feel they have to be hard—is that we leave them with very fragile egos. The harder a man feels compelled to be, the weaker his ego is.”

Vorgefertigten Genderrollen stecken Männer ebenso in eine bestimmte Schublade: Sei kein Weichei, zeige keine Gefühle. Aus diesem Grund habe ich den Kommentar von Ben Tewaag in der TV Sendung Schulz & Böhmermann gewählt, der Olli Schulz darüber aufklärte, dass er mit „seinem Wissen über Äpfel und Birnen“ nicht bei Frauen landen könne. Nicht nur wird Olli Schulz dafür angefeindet, dass er sich für ein „unmännliches“ Thema interessiere – sicherlich saßen die einen oder anderen Zuschauer*innen zu Hause und dachten sich: „Naja, Recht hat er ja irgendwie.“
Außerdem setzt wieder ein Mann die Maßstäbe, was Frauen gut und schlecht zu finden haben. Durch das stetige Wiederholen solcher Genderansichten, wird es für uns „normal“. Es ist „normal“, dass Männer nicht über Obst reden und Frauen „kein Weichei“ an ihrer Seite haben wollen. Dabei ist genau das alles andere als normal.

 

Was ich mit diesem Projekt aussagen möchte?

 

Feminismus geht uns alle an.

Category:
Crochet Art Design
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