Crowdfunding Kampagne: Woche 4 | Gloria Sophie Wille
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Crowdfunding Kampagne: Woche 4

Nanu? Wo ist denn Woche 3 hin? Woche 3 habe ich auf facebook mit einem Vlog gefeiert. Guck?


Die letzten 11 Tage der Crowdfunding Kampagne sind angebrochen. Aber habe ich nicht gestern erst das Video für die Kampagne gedreht? Kinners, wie die Zeit vergeht. Und Kinners, was hab‘ ich diese Woche gelitten…


Diese Woche begann mit der Nachricht, dass Chester Bennington, der Sänger von Linkin Park, gestorben ist. Eine Nachricht, die mein kleines Teenager- Herz zerbrochen zurückgelassen hat. Bei Edition F habe ich dazu einen Artikel verfasst. Man ey! Alles so furchtbar tragisch.

Für mich war Chester damals mein Idol. Der, der für mich schrie, wenn ich leise zu sein hatte. Der, der wütend war, wenn ich lächeln musste. Also kramte ich meine alte Hybrid Theory – CD wieder raus, versteckte mich hinter meiner Häkelnadel und schniefte „In the end it doesn’t even matter“ mit. So ist das nun mal mit starken Gefühlen wie Trauer und Einsamkeit. Entweder, man frisst die Energie in sich hinein oder man drückt sie aus. Da ich vom Reinfressen nicht nur Magenschmerzen sondern auch Ärger von meinem Hausarzt bekomme, habe ich mich dazu entschieden, sie mit meiner Häkelnadel auszudrücken.


It just takes some time, little girl you’re in the middle of the ride – willkommen im „Tal der Tränen“


Wir befinden uns kurz vor der Endphase der Crowdfunding Kampagne. Oder im „Tal der Tränen“, wie die Crowdfunding- Beraterin Linette Heimrich es im Interview mit n-tv nur leicht überdramatisch betitelte. Ich hätte nie für möglich gehalten, wie viel Durchhaltevermögen man dafür braucht. Man hat sich zuvor mit Menschen über die Durchführung von Crowdfunding Kampagnen unterhalten, sich ihre Erfahrungen angehört. Man denkt sich: Ach. So wild wird das schon nicht…

 

… sagte Jesus zu Gott und lud Judas zum Abendessen ein.


Crowdfunding ist ein Langstreckenlauf und kein Sprint.


Ich erzähle euch jetzt mal eine Geschichte: Im Sportunterricht der 13. Klasse war „Ausdauertraining“ an der Reihe: Spring hierüber, krabble da durch, wirf das durch die Gegend. Ich habe damals noch geraucht wie ein Schlot und fand Ausdauertraining sowieso ätzend. Meine Abneigung gegen jegliche Form der Anstrengung war auch mehr so eine grundsätzliche Sache.

Dann war da diese eine Schulstunde, in der wir gefühlt 50 Runden um die Sporthalle laufen sollten. Gut, wahrscheinlich waren es nur 5. 50 war aber meine gefühlte Wahrheit. Glücklicherweise fiel allerdings zur gleichen Zeit die Sportstunde meines Schulkollegen – nennen wir ihn Jörg – aus, der sich auf seinem Fahrrad sitzend und Brötchen mampfend köstlich darüber amüsierte, wie wir uns gegenseitig um die Sporthalle jagten. Nach Runde eins hatte ich schon keine Lust mehr und bat Jörg mit seinem Fahrrad hinter der ersten Ecke der Sporthalle auf mich zu warten, um mich dann auf dem Gepäckträger um die Halle zu fahren. Mein Sportlehrer staunte nicht schlecht, als ich nach diesen unzähligen Runden um die Halle noch Liegestütz abliefern konnte. (Mit 16 von 15 Punkten wurde ich damals bewertet. Am Ende des Halbjahres stand ich insgesamt zwischen 12 und 13 Punkten und bekam dann wegen „besonderer Anstrengung“ die 13 Punkte). Wie ihr also seht: Ausdauer und Geduld sind nicht so mein Steckenpferd. Dafür kann ich erstaunlich gut rückwärts einparken und Veggie- Burger braten. Beides hilft mir aber leider gerade herzlich wenig bei der Crowdfunding Kampagne. Somit bleibt mir nichts anderes übrig, als mich meinen zwei größten Schwächen zu stellen.


„Manchmal muss man Dinge einfach aushalten“


Das ist eine Weisheit, bei der meine Mutter nie müde wird, sie zu betonen. Sie zelebriert das so sehr, dass sie mir wahrscheinlich noch ’nen Fuffi in die Hand drücken würde, wenn ich mir diesen Spruch in Mandarin auf den Oberarm tätowieren ließe.

Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass man Ungewissheit manchmal auch über längere Zeit aushalten muss. Trotzdem wünscht man sich in Woche vier einen Jörg, der mit seinem Fahrrad vorbei kommt, um dich fix zum 07. August 2017 und zum Ende der Kampagne zu fahren, damit du herausfinden kannst, wie das Ganze endet. Einmal nach Hause telefonieren bitte.


Was also, wenn es nicht um etwas Banales wie die Endnote im Sportunterricht, sondern um seine Existenz geht?


Beim Crowdfunding gibt es aber leider keine Schleichwege, keinen Jörg, der dich schneller ans Ziel bringt. Man muss tatsächlich die Runden um die Sporthalle laufen: mit Überzeugung und dem Ziel vor Augen: When something’s right then something is worth to fight for wussten schon The Sounds . So kurz vor dem Endspurt schwinden die Kräfte langsam dahin… und dann warten da am Streckenrand ein paar Menschen mit Wimpel auf dich, die dich anfeuern und dir in Krisenzeiten ein isotonisches alkoholhaltiges Kaltgetränk zum Durchhalten geben. Jetzt aber: Endspurt ahoi!! (Insert running Emoji here)


Crowdfunding Update:

Dschingerassabumm! Gerade eben gesehen: Wir haben fast ein Drittel geschafft und liegen momentan bei 830 Euro! Leute! Crowdfunding ist aufregender, als jede Bundestagswahl zwischen 2005 und 2017 und dem Film „Haialarm auf Mallorca“ zusammen… Moment…

Wer sich noch kein fettes Dankeschön ausgesucht hat, kann das hier noch bis zum 07. August um 23.59 Uhr tun: www.startnext.com/heroicacts

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