Crowdfunding Kampagne: Woche 1 | Gloria Sophie Wille
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Crowdfunding Kampagne: Woche 1

… oder „Joachim, tu mich ma den Rosenkohl bei de Klöße!“

 

Die erste Woche meiner Crowdfunding Kampagne ist nun um: Ein Erfahrungsbericht über Projektbeschreibungen, PR Arbeit und Schweißausbrüche. Und dann war da noch die Sache mit dem Rosenkohl…

 

Vorbereitung

Ich muss sagen, ich habe den psychischen Stress, der mit der Durchführung einer Crowdfunding Kampagne einhergeht, ein wenig unterschätzt. Die Vorbereitungen bis zum Start am 29.06.2017 hatten mich komplett von der Frage: „Was passiert eigentlich, wenn das Projekt nicht finanziert wird?“ abgelenkt.

Ich hatte einen tollen Kameramann, Cutter und fünf kleine Helferlein zur Seite, die mich bei der Erstellung des Videos unterstützt haben.

Das klappte alles wunderbar:

„Leute: Hier ist die Idee und hier der Text. Dort findet die Ausstellung statt, in dem Café können wir drehen.“

Zackbumm, zehn Stunden drehen und schon war das Ding im Kasten.

Während mein Cutter fleißig am Video werkelte, hier und dort noch ein paar hübsche Extras mit einbaute, schrieb ich an der offiziellen Projektbeschreibung, überlegte hin und her, wo ich das Budget kürzen kann, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das Projekt erfolgreich finanziert wird. Ich ertrank in Wortformulierungen, Kalkulationen und der Frage, warum ich damals nicht einfach den reichen Franzosen geheiratet habe… Aber das ist eine andere Geschichte.

Und sonst? Nun, sonst häkelte ich weiter fleißig an meinen Kleidern, machte Fotos, schrieb Blog- Artikel.

 

Crowdfunding Oddity: Ground Control to Gloria Sophie

Und dann kam fast ganz nebenbei am 29.06. eine E-Mail von startnext: Dein Projekt befindet sich jetzt in der Finanzierungsphase.

Woooot? Gut, das Ganze kam jetzt nicht sonderlich überraschend, aber es wurde plötzlich so … real. Alle Vorbereitungen sind getroffen und gehen nun in die Phase der Umsetzung. Das ist ein wenig, als würde man plötzlich von Würselen aus für das Kanzleramt antreten. Ne? Reh im Scheinwerferlicht.

Den gesamten Winter 16/17 habe ich bei der Deutschen Akademie für Management meine Weiterbildung im Kulturmanagement gemacht, meine Abschlussarbeit über meine geplante Ausstellung „Heroic Acts of Man – Not here“ geschrieben und mit dem Zertifikat „hervorragend“ abgeschlossen. Yay!

I’m gonna manage the shit out of culture. Gut, eigentlich habe ich das zum Großteil gemacht, um mir selbst zu beweisen – vielmehr um mir schwarz auf weiß bestätigen zu lassen – dass meine Idee wohl klappen kann. Naja und so ein Zertifikat mit Stempel sieht auch einfach äußerst hübsch aus… in Ommas massivem Eichenholzschrank.

 

Probieren muss man.

Ich habe mich dann mit unterschiedlichsten Menschen bei Bier, Brot und BBQ- Dip in gemütlichem Schweinske Ambiente über Crowdfunding unterhalten: Wie viele Dankeschöns sind ok? Wie viel Wirbel mache ich in den Sozialen Medien? PR? PR? PEH ÄHÄRR?

… nur um dann herauszufinden, was mir vor über zehn Jahren bereits ein Kind mit Trisomie 21 erklärte, als ich mich mit meinen damals 17 Jahren weigerte, Rosenkohl zu essen: Probieren muss man.
Oh wie wahr.

 

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“

Allerdings kämpfe ich momentan noch immer mit meiner persönlichen Gretchen- Frage: Was ist, wenn ich die Schwelle von 2600 Euro nicht erreiche? Wahrscheinlich bade ich dann erstmal in einem Meer von Tetra Pack Rotwein, während Roxette „It must have been love, but it’s over now“ spielt. Lisa, besorg schon mal Zigaretten!

via GIPHY

„Wenigstens hast du’s dann probiert“, … sagte Frau Merkel zu Herrn Schulz. D’uh.

Die Zweifel bleiben nun mal hartnäckig und ich wusste ja, worauf ich mich einlasse. Oder um es mit den Worten einer Bekannten zu sagen: „Nicht weinen, weil?“ „Selber Schuld.“

 

Friends will be friends will be friends will be friends

Ach H.P. Baxxter wusste schon immer, wie der Hase läuft.

Was ich aber während der ganzen Vorbereitung und dem Kopfzerbrechen komplett nicht mit auf dem Schirm hatte, war, wie schön es ist, sein altes Netzwerk wieder aufleben zu lassen: wieder mit alten Couchsurfing hosts telefonieren, hören, was alte Arbeitskolleginnen aus Chicago so treiben und neue Wörter beim Skypen mit französischen Freunden lernen. Das Ding bei solchen Mammut- Projekten allerdings ist, dass man seine ganze Energie, seine ganze Kreativität auf eine Karte setzt. Ob das so klug ist? Nun. Probieren muss man, nicht wahr?

 

Da war noch die Sache mit Joachim sein Rosenkohl…

Ich habe im Übrigen damals den Rosenkohl gegessen. Schmeckte mir nicht. Aber wenigstens weiß ich das jetzt.



Unterstützt meine Kampagne hier: www.startnext.com/heroicacts

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