Crowdfunding Kampagne: letzte Woche | Gloria Sophie Wille
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Crowdfunding Kampagne: letzte Woche

Etwas verspätet kommt nun die Zusammenfassung meiner letzten Crowdfunding Woche. Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich gerade am Schreibtisch in meinem alten Kinderzimmer, während die Frau Mama mir einen Kaffee mit aufgeschäumter Soja- Milch macht. Mein Soulfood. Heute Mittag gibt’s dann Spargelcremesuppe. Denn Leute: Holla die Waldfee ist die letzte Woche spannend. Es bleiben jetzt noch zwei Tage auf der Crowdfunding Uhr. Zeit, mit einem mit mir selbst geführten Interview zu resümieren.


Wie geht es dir?

Die letzten Tage schwankte ich immer zwischen riesiger Freunde und tiefem Schock. In der letzten Woche hat sich ein Sponsor gefunden – über den ich demnächst noch etwas mehr berichten werde. Ich habe mich so riesigst gefreut: Das Ziel, meine eigene Ausstellung auf die Beine zu stellen, rückte in greifbare Nähe. Dann wurden die 2000 Euro geknackt und ich sprühte nur so vor Energie und Tatendrang. Dann kamen wieder Tage, an denen sich kaum bis gar keine Unterstützung gefunden hat. So aufgeregt war ich das letzte Mal, als ich den heißen Draht bei der 100.000 Mark Show geguckt habe.

Wofür bist du am meisten dankbar?

Neben dem Soja- Kaffee von meiner Mutter heute? Für so einiges. Meine Freund*innen und meine Familie mussten ganz schön was mitmachen. So ein Crowdfunding macht sich eben nicht von allein – im Gegensatz zum Haushalt. Man versinkt zwischen Social Media Plänen, Pressemitteilungen und facebook Nachrichten. Dann kommen noch die Vorbereitungen für die Ausstellung hinzu: Schals stricken, Mützen häkeln, Pullover zusammennähen, Kleid zu Ende häkeln, Vernissage planen… und nicht zu vergessen: der ewige Schleier der Selbstzweifel, den man die 40 Tage mit sich rumschleppt. Für 40 Tage dreht sich dein ganzes Leben um dieses eine Ding, dieses eine Ziel… 40 Tage auf und ab: das müssen deine Freunde dann auch erstmal mit durchhalten (lacht)

Es gab so wunderbar tolle Unterstützung von ganz alten Schulfreunden, Reisekumpanen, Freundesfreunden, Unbekannten. Auch, wenn diese Kampagne nicht erfolgreich sein sollte, ist es doch unheimlich schön zu sehen, dass es da draußen Menschen gibt, die wollen, dass du mit deiner kleinen gehäkelten Utopie erfolgreich bist.

Was hast du für dich persönlich und beruflich gelernt?
  1. Du kannst noch so viel vorbereiten: es ist irrsinnig davon auszugehen, irgendeine Kontrolle über irgendeinen Ausgang zu haben
  2. Fuck se Selbstmanagement: to- do- Listen sind sinnlos, wenn sie konsequent deine eigenen Möglichkeiten übersteigen (dazu kommt: wenn deine to- do- Liste dich daran erinnert, um „12 Uhr Essen“, solltest du vielleicht mal eine etwas längere Pause einlegen und deine Arbeitsweise hinterfragen)
  3. Social Media Management ist verdammt viel Arbeit, vor allem, wenn man versucht, sich selbst zu vermarkten. Da kann man nicht mehr in Ruhe Wolle kaufen gehen, ohne sein Smartphone zu zücken, als sei man Clint Eastwood in einem Western. Dazu kommt noch das persönliche Anschreiben von facebook- Freunden, sodass man letztendlich jeden Tag mindestens vier Stunden vorm Internet sitzt.
  4.  Dinge müssen nicht immer sofort passieren. Die Ausstellung hätte auch im Oktober stattfinden können. Aber ich mag den September lieber. Dummerweise bedeutet das nur zusätzlich Stress, den ich mir unnötigerweise gemacht habe, weil ich mal wieder alles sofort machen wollte. Womit wir zu 5. kommen:
  5. Lass Fünfe auch mal gerade sein.


Dein Crowdfunding- Tipp?

Es fällt mir schwer, einen allgemein gültigen Tipp zu geben, da ich meine Kampagne in einem sehr speziellen Rahmen geführt habe. Daher vielleicht mein Crowdfunding Tipp für Menschen, die planen, durch Crowdfunding ihre Kunst zu finanzieren:

Unterschätze nie die Arbeit, die in der Entwicklung einer Kampagne sitzt: Vom Konzipieren über den Dreh eines Werbe- Videos bis hin zur Nachbereitung, bist du zu den 40 Tagen Kampagne zusätzlich noch 40 Tage offline beschäftigt (Drehorte wählen, Genehmigungen holen, Budget berechnen, Dankeschöns fertigen und versenden etc). Dann kommt noch die eigentliche Arbeit und die Durchsetzung deiner Crowdfunding Idee. Mein Tipp also: Lass es nicht überlappen. Erst Crowdfunding, dann die Umsetzung. Bei mir verschwommen die Grenzen, ich arbeitete bereits vor und hatte plötzlich neben der laufenden Kampagne noch gefühlt 100 Sachen zusätzlich auf meiner täglichen to- do- Liste stehen. Außerdem: Wenn du ein sehr spezielles Klientel bedienst – was es ja in der Kunst meistens ist – bist du mehr auf dein bereits bestehendes Netzwerk angewiesen, als vielleicht bei ortsunabhängigen Projekten. Der Mehrwert des (Kunst) Projektes ist nicht überregional und daher ist es schwer ersichtlich, welchen Nutzen (unbekannte) Außenstehende davon haben. Daher muss ein großer Fokus auf der Kommunikation liegen und Gründe dargelegt werden, warum du auch überregional unterstützt werden solltest. Dummerweise kam mir diese Überlegung erst gestern Abend im Zug. Know your audience. I didn’t. Now I do.

Würdest du es noch einmal machen?

Auf keinen Fall. (lacht)

Bis Montag, 07. August 23:59 Uhr (CET) könnt ihr mich noch weiterhin hier unterstützen: www.startnext.com/heroicacts 

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